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Zwei Schiffsliebhaber aus Wien (einer davon der Autor) erkannten den unter Guano und Moos verborgenen historischen Wert des Schiffes und ersteigerten den Kahn (nicht ohne Bauchweh). Nach einer abenteuerlichen Ausbindeaktion im Straubinger Südarm und mehrfach wegen fallender oder steigender Pegel verschobener Überstellung langte ARTHUR KASPAR am 21.September 2005 dank der Unterstützung durch Kpt. Timm Sohns’ TMS „Niederbayern“ in der Alten Werft Korneuburg, dem Liegeplatz der „Freunde Historischer Schiffe“, ein.
Dank der mit dem Schiff übernommen Pläne und Akten lässt sich die Bau- und Betriebsgeschichte ziemlich genau rekonstruieren - bald stellten wir fest, dass praktisch das ganze Schiff im Originalzustand von 1955 vor uns stand. Die neuesten Teile sind die Wechselsprechanlage von 1966 und der Heizkessel von 1997... Nicht einmal die ebenfalls museal erhaltenen Zugschiffe „Freudenau“ in Regensburg oder „Traisen“ in Linz können sich so authentisch präsentieren, da sie wesentlich länger im täglichen Betrieb standen und vor allem der Arbeitsinspektor einige Modernisierungen und Umbauten verlangt hat. ARTHUR KASPARs Schwesterschiffe MS „von Pechmann“, „von Grassmann“ und „Franz Hesselberger“ fahren heute noch im Bereich der WSD-Süd, sind aber neu motorisiert, mit Unwuchteinrichtung und demontierbarer Schubschulter sowie massiv vergrößertem Steuerhaus ausgerüstet und nurmehr anhand der Rumpfform als Schwesterschiffe zu erkennen.
Seit seiner Entstehung fuhr MS ARTHUR KASPAR auf dem Main und Main-Donau-Kanal als Dienstschiff, zunächst beim Bau des MDK, dann bei dessen Erhaltung, und schleppte Steinschuten, Bagger, machte Bereisungsfahrten und arbeitete im Winter als Eisbrecher und Vorspannschiff. Ein Maschinenschaden (Kolbenreiber) beendete die Karriere 1995 schlagartig.
Da umfangreiche Investitionen notwendig gewesen wären, um das mittlerweile vierzig Jahre alte Schiff angesichts strenger werdender Vorschriften (Arbeitnehmerschutz etc.) weiter betreiben zu können, wurde es abgestellt und in der Folge als Dauerleihgabe an einen Verein in Straubing abgegeben. Dieser wollte ARTHUR KASPAR als Clubheim nutzen und rekonstruieren. Wie es bei Vereinen aber so ist, entzweiten sich die Meinungen über den Fortgang des Projekts, die Tätigkeiten kamen zum Erliegen. Das mittlerweile heruntergekommene Wrack wurde schließlich 2005 der Wasserstrassenverwaltung zurückgestellt, diese schrieb die „Leiche“ via VEBEG zur Versteigerung aus.
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